KESB Olten – jeden Tag

KESB Olten – jeden Tag

Jeden Tag lebt mein Sohn fremdplatziert in einem Heim. Jeden Tag muss unsere Familie mit den Folgen eines Entscheids leben, den ich für rechtswidrig und moralisch unvertretbar halte. Und jeden Tag stellt sich mir dieselbe Frage: Wer schützt Kinder und Familien, wenn ausgerechnet die Schutzbehörde ihre Rechte missachtet?

Nach meinen Informationen wurde das betreffende Heim in den vergangenen Jahren wiederholt vergrössert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ich betrachte mich allerdings nicht als Schelm, sondern als Vater und Zeuge von Vorgehensweisen, die mich entsetzen. Was ich im Umgang mit der KESB Olten erlebt habe, lässt mich daran zweifeln, ob derart weitreichende Befugnisse in den richtigen Händen liegen.

Respekt, Anstand und menschliches Verantwortungsbewusstsein habe ich in diesem Verfahren vermisst. Fachliche Kompetenz müsste sich in sorgfältigen Abklärungen, nachvollziehbaren Begründungen und der Achtung der Betroffenen zeigen. Eine Amtsstellung allein beweist davon gar nichts.

Wenn Heime ihre Kapazitäten ausbauen, müssen kritische Fragen erlaubt sein: Weshalb werden zusätzliche Plätze benötigt? Wer veranlasst die Einweisungen? Welche Möglichkeiten werden tatsächlich ausgeschöpft, damit Kinder in ihrer Familie bleiben können? Und wer kontrolliert, ob eine Fremdplatzierung notwendig ist – oder ob sie selbst vermeidbares Leid verursacht?

Für betroffene Eltern läuft die Zeit. Entscheide müssen geprüft, Unterlagen beschafft und Rechtsmittel fristgerecht eingereicht werden. Gleichzeitig erlebe ich eine Behörde, bei der ich auf wesentliche Informationen warten muss. Die Folgen dieser Verzögerungen tragen mein Sohn und unsere Familie – jeden Tag.

Vor diesem Hintergrund lese ich die Medienmitteilung des Kantons Solothurn vom 21. August 2026: Einfachere Fälle sollen künftig ohne zwingenden Entscheid eines Dreiergremiums erledigt werden können. Weitreichende Entscheide sollen weiterhin dem gesamten Gremium vorbehalten bleiben. Als Ziele werden effizientere Verfahren und einfachere Abläufe genannt.

Medienmitteilung des Kantons Solothurn

Bei mir löst das Brechreiz aus.

Nach meinen Erfahrungen müsste zuerst darüber gesprochen werden, wie Rechte wirksam geschützt, Entscheide überprüft und Verantwortliche für Fehler zur Rechenschaft gezogen werden. Bevor Entscheidungsabläufe vereinfacht werden, muss sichergestellt sein, dass die bestehenden Befugnisse sorgfältig und rechtskonform ausgeübt werden.

Wer über Kinder und Familien entscheidet, braucht nachweisbare fachliche Qualifikation, laufende Weiterbildung und menschliche Kompetenz. Ebenso braucht es eine wirksame Kontrolle und klare Verantwortung für Fehlentscheide. Die Tragweite solcher Eingriffe duldet keine Gleichgültigkeit.

Wer Kinder misshandelt, Macht missbraucht oder rechtswidrige Eingriffe verantwortet, muss sich dafür verantworten – auch innerhalb einer Behörde. Eine Amtsfunktion darf kein Schutzschild gegen Konsequenzen sein.

Ich warte weiterhin auf die Akteneinsicht und die Unterlagen, die mir eine Prüfung des Vorgehens ermöglichen sollen. Dass ich diese nicht längst vollständig prüfen konnte, empfinde ich als weitere Behinderung meiner Rechte. Ich will sehen, welche Abklärungen tatsächlich vorgenommen wurden, wer angehört wurde und worauf die schwerwiegenden Behauptungen und Entscheide beruhen.

Eine seriös arbeitende Behörde muss diese Fragen anhand ihrer Akten beantworten können. Nachvollziehbar, vollständig und ohne Ausflüchte.

Vertrauen entsteht durch rechtmässiges Handeln, Transparenz und Verantwortung. Wer Rechte missachtet und Familien vor vollendete Tatsachen stellt, verspielt dieses Vertrauen.

Kinderheime zu füllen, ist kein Schutzauftrag. Der Auftrag lautet, Kinder zu schützen, ihre Rechte zu achten und Familien dort zu unterstützen, wo Unterstützung eine Trennung verhindern kann.

Daran muss sich die KESB Olten messen lassen. Jeden Tag.

Schneider Stephan

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