Juan Gabriel, Moises, Juan Esteban und Ely Thomas.
Vier Söhne, vier unterschiedliche Geschichten – und doch eine Familie.
Gabriel und Moises, Dominikansiche Republik, sind nicht meine leiblichen Söhne. Aber irgendwann spielt Blut keine Rolle mehr. Sie wurden durch das Leben zu meinen Söhnen.
Juan Esteban, halb dominikanisch und halb Schweiz, und Ely Thomas halb Haiti und halb Schweiz, sind meine leiblichen Söhne.
Unsere gemeinsame Geschichte war nicht immer einfach. Es gab eine lange und schwere Zeit, in der wir oft getrennt waren. Ich musste vieles ohne eure Mütter bewältigen, es gab Auseinandersetzungen und Entscheidungen, die wehgetan haben. Juan wurde mir schließlich zugesprochen, weil es anders nicht mehr ging. Und gleichzeitig wurden Gabriel und Moises von mir getrennt, weil sie nicht meine leiblichen Kinder waren.
Das war eine grauenhafte Zeit.
Umso dankbarer bin ich, dass wir irgendwann wieder zusammengefunden haben.
Gabriel, als dein Vater, habe ich besonderen Respekt vor dir. Du bist der Älteste und warst immer für deine Familie da. Du hast nie Probleme gemacht und bist bis heute eine Stütze für die anderen. Dafür möchte ich dir einfach sagen: Ich sehe das, und ich bin stolz auf dich. Danke.
Aber eigentlich möchte ich euch allen etwas anderes sagen.
Ich, euer Vater, wusste lange nicht, was Liebe, Gefühle, ein Zuhause und Familie wirklich bedeuten. Ich hatte es selbst nicht gelernt.Ihr habt es mir beigebracht.
Ihr habt mir Gefühle gegeben, mit denen ich bis heute manchmal nicht richtig umgehen kann. Ihr habt mir gezeigt, was es bedeutet, sich um andere zu sorgen, jemanden zu vermissen und sich über einen Menschen einfach zu freuen.
Ich wollte euch ein Zuhause geben.
Aber ihr habt mir genauso eines gegeben.
Denn ein Zuhause ist nicht nur ein Ort. Ein Zuhause sind die Menschen, die dort sind.
Und ohne euch wäre mein Zuhause niemals das geworden, was es heute ist.
Was ich für euch getan habe, war für mich nie etwas Besonderes.
Ich bin euer Vater. Das ist meine Aufgabe.
Und genau wie ihr euch auf mich verlassen können sollt, habe auch ich durch euch etwas bekommen, das ich vorher nicht kannte:
eine Familie.
Vier Söhne.
Vier Lebenswege.
Und dafür bin ich euch dankbar.






