Manchmal gehen Gespräche unter Freunden seltsame Wege, sind tiefgründiger und von eigener Struktur als der übliche Smalltalk der „Emotionellen“. So auch dieses Mal, als ich mit Bruno am Ufer vom Fluss sass und dem fliessenden Wasser hinterher blickten.
„Wenn ich Dich betrachte, sehe ich sehr viele Narben. Wenn ich die Augen schliesse, spüre ich noch viel mehr. Dein Körper und Deine Seele ist wie ein mit Kratern gespiktes Minenfeld voller Schmerz und Pein. So als wärst Du im Krieg gewesen – Du hast schon deftig was abbekommen“ – hörte ich Ihn sagen.
Was soll das – schau dem Wasser zu, höre wie es atmet um uns herum – Du sollst nicht mich betrachten, das mag ich nicht.
Doch meine Einwände hatten Ihn nie interessiert – unbeirrt sprach er weiter: “ Narben seh ich, da frag ich mich ob die jemals heilen, die Schmerzen spüre ich regelrecht wenn ich neben Dir sitze. Es ist mir ein Rätsel wie man das überlebt – mache mir Sorgen um Dich“ Ganz so als wüsste er ganz genau wie man mich nervt und wütend macht.
Lass mich mit Deinem dummen Gerede in Ruhe – blödes Gesäusel…
„Er grinste nur frech – ich habe ja nicht gesagt dass ich Dich liebe – beruhige Dich – es ist halt einfach ein verdammt seltsames Gefühl dass ich das alles sehe und spüre und andere nicht. Wenn die Dich fragen würden, he – warst Du im Krieg – was würdest Du antworten?“
Langsam genervt, weil ich es nie mochte über mich zu reden, schaute ich Ihn an – meine Antwort – nein ich war nicht im Krieg – ich bin im Krieg – mein ganzes verdammte Leben lang – denn ich sehe und spüre die Menschen wie Sie wirklich sind. Ich habe dafür bitter bezahlt und seither erlebe ich die Hölle jeden Tag. Nicht wegen der paar Narben – das ist nur das ich nicht vergesse zu was Menschen fähig sind.
Der Mensch ist das furchtbarste, arroganteste und degenerierteste Wesen das es gibt. So lange es Menschen auf dieser Erde gibt, wird es niemals Frieden geben.
also frag mich nicht so blöd ob ich im Krieg war – der Mensch ist der Ursprung von jedem Krieg, von jeder Erniedrigung, jeder Missachtung von Würde und Ehre, der Mensch ist das widerlichste Wesen der Erde – ich lebe nicht im Krieg – ich lebe bei Menschen und bin selber einer – und leider habe ich die Gabe zu spüren was sie tun – diese „Menschen“
Meine Narben sind nicht die einzigen die es gibt, meine Narben sind nur ein Teil dessen was jeden Tag entsteht durch diese Gattung von Lebewesen die schlimmer ist als jedes Tier.
Lass mich in Ruhe – so lange es Menschen gibt wird es keinen Frieden, niemals Ruhe geben – es sind Idioten.






